Sudoku-Kandidaten und Notizen richtig verwenden
Notizen zeigen mögliche Zahlen in einer Zelle. Lerne, Kandidaten sparsam zu setzen, aktuell zu halten und logisch zu reduzieren.

Kandidaten sind Zahlen, die in einer leeren Sudoku-Zelle noch möglich sind. Du trägst sie als kleine Notizen ein, wenn sich noch keine Zahl sicher festlegen lässt. Gute Notizen machen offene Möglichkeiten sichtbar; sie sind aber keine Vermutungen und noch keine Lösung.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Notiere nur so viel wie nötig und lösche beziehungsweise reduziere Kandidaten, sobald neue sichere Zahlen feststehen.
Was sind Kandidaten?
Für jede leere Zelle prüfst du die Zahlen 1 bis 9. Alles, was bereits in derselben Zeile, Spalte oder im selben 3×3-Block vorkommt, scheidet aus. Die übrigen Zahlen sind Kandidaten.
Beispiel: Für die leere Zelle Reihe 1, Spalte 3 sind 1, 3, 4, 5, 8 und 9 in ihrer Reihe, Spalte oder im Block oben links bereits ausgeschlossen. 2, 6 und 7 bleiben als Kandidaten.
Du weißt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche der drei Zahlen richtig ist. Eine endgültige 2, 6 oder 7 wäre geraten. Die kleinen Notizen 2, 6 und 7 halten nur den aktuellen Wissensstand fest.
Kandidat und sichere Lösung sind nicht dasselbe
- Kandidat: Die Zahl verstößt derzeit gegen keine Regel, ist aber noch nicht bewiesen.
- Sicherer Eintrag: Alle anderen Zahlen sind logisch ausgeschlossen oder diese Zahl kann im betreffenden Bereich nur an genau dieser Position stehen.
Aus 2, 6, 7 wird nicht deshalb eine 2, weil sie dir passend erscheint. Erst ein neuer Hinweis aus Zeile, Spalte oder Block darf Kandidaten entfernen.
Wann sollte man den Notizmodus verwenden?
Notizen sind sinnvoll, wenn du das Gitter vollständig gescannt hast und keine offensichtlichen sicheren Einträge mehr findest. Besonders bei den Schwierigkeitsgraden Schwer und Experte helfen sie, mehrere Möglichkeiten über längere Lösungsfolgen hinweg im Blick zu behalten.
Du brauchst sie meistens noch nicht, wenn:
- in einem Bereich nur eine Zahl fehlt,
- eine Zelle nach kurzem Ausschluss nur einen möglichen Wert hat,
- eine fehlende Zahl im Block nur an einer Position stehen kann,
- du ein leichtes Sudoku noch mit direkten Singles lösen kannst.
Zu frühes Vollschreiben erzeugt visuelles Rauschen. Wenn jede offene Zelle fünf oder sechs kleine Zahlen enthält, übersiehst du leicht die wirklich nützlichen Muster. Beginne deshalb mit Zellen, die nur zwei oder drei Möglichkeiten haben, oder mit einem fast vollständigen Bereich.
Selektive oder vollständige Kandidatennotation?
Bei der selektiven Notation trägst du nur besonders nützliche Kandidaten ein – etwa in Zellen mit zwei Möglichkeiten oder für eine Zahl, deren Position du in einem Block untersuchst. Das hält leichte und mittlere Sudokus übersichtlich.
Bei der vollständigen Kandidatennotation notierst du in jeder offenen Zelle alle derzeit möglichen Zahlen. Das kostet zunächst mehr Zeit, wird auf „Schwer“ und „Experte“ aber wichtig, sobald du Paare, Block-Zeilen-Beziehungen oder andere Muster über mehrere Zellen hinweg erkennen möchtest.
Wechsle nicht mitten in einer Schlussfolgerung unkontrolliert zwischen beiden Systemen. Entweder arbeitest du bewusst selektiv, oder du hältst die vollständigen Listen nach jedem sicheren Eintrag konsequent aktuell.
So trägst du Kandidaten bei Spielbar ein
Wähle im Spielbar-Sudoku eine leere Zelle aus und aktiviere den Notizmodus über die Schaltfläche „Notizen“. Mit der Tastatur kannst du den Modus auch über N ein- und ausschalten. Anschließend erscheinen eingegebene Zahlen klein innerhalb der Zelle statt als großer, endgültiger Eintrag.
Auf Maus und Touch wählst du zuerst die Zelle und danach die Zahl. Mit der Tastatur kannst du über die Pfeiltasten navigieren und die Ziffer direkt eingeben.
Spielbar bereinigt unpassende Kandidaten automatisch, sobald du eine Zahl endgültig setzt. Das nimmt dir mechanische Arbeit ab, ersetzt aber nicht die logische Entscheidung: Du musst weiterhin unterscheiden, ob ein Wert nur möglich oder bereits sicher ist.
Kandidaten systematisch reduzieren
Prüfe jeden Kandidaten gegen drei Ebenen:
1. Zeile
Wird eine 6 in derselben Zeile sicher eingetragen, kann die 6 aus allen anderen Kandidatenzellen dieser Zeile entfernt werden.
2. Spalte
Dasselbe gilt senkrecht. Eine fest gesetzte 7 streicht die 7 aus allen offenen Zellen derselben Spalte.
3. 3×3-Block
Auch innerhalb des Blocks darf die Zahl nur einmal vorkommen. Ein sicherer Eintrag wirkt deshalb gleichzeitig auf alle übrigen offenen Blockzellen.
Betrachte wieder Reihe 1, Spalte 3 mit den Kandidaten 2, 6 und 7. Wird die 6 in derselben Reihe fest gesetzt, bleiben 2 und 7. Taucht anschließend eine feste 2 im Block oben links auf, bleibt nur noch die 7. Jetzt – und erst jetzt – ist die 7 ein sicherer Eintrag.
Vom Kandidaten zur sicheren Zahl
Es gibt zwei besonders wichtige Wege:
Nur ein Kandidat bleibt in der Zelle
Wenn alle anderen Möglichkeiten gestrichen sind, setzt du den letzten Kandidaten endgültig. Diese Technik heißt Naked Single.
Eine Zahl bleibt im Bereich nur an einer Position möglich
Vielleicht enthält eine Zelle noch 3, 7, während andere Zellen ebenfalls mehrere Notizen haben. Wenn die 7 innerhalb des gesamten Blocks nur in genau dieser einen Zelle vorkommt, muss sie dort stehen. Die zusätzlichen Kandidaten in der Zelle ändern daran nichts. Das ist ein Hidden Single.
Prüfe Notizen deshalb nicht nur zellenweise. Suche in einer Zeile, Spalte oder einem Block auch nach einer Zahl, die unter allen Kandidaten nur einmal auftaucht.
Häufige Fehler beim Notieren
Jede mögliche Zahl sofort überall eintragen
Vollständige Kandidatenlisten können später nötig sein, aber nicht automatisch zu Beginn. Löse zuerst direkte Einträge und notiere gezielt in stark eingeschränkten Bereichen. Wenn du dich bei einem schweren Rätsel für vollständige Notation entscheidest, trage sie allerdings lückenlos ein – eine halb gepflegte Vollnotation ist besonders fehleranfällig.
Veraltete Notizen stehen lassen
Spielbar entfernt Kandidaten nach endgültigen Einträgen automatisch. Wenn du außerhalb dieser Hilfe oder gedanklich arbeitest, aktualisiere dennoch nach jedem sicheren Zug alle betroffenen Bereiche. Veraltete Kandidaten führen zu falschen Schlussfolgerungen.
Einen Kandidaten als Beweis behandeln
Dass eine Zahl möglich ist, beweist nicht, dass sie richtig ist. Zwei Kandidaten bedeuten: Es fehlen noch Informationen.
Notizen ohne feste Scan-Reihenfolge pflegen
Springst du zufällig durch das Gitter, übersiehst du Änderungen. Prüfe nach jedem Eintrag zuerst Block, Zeile und Spalte der neuen Zahl und gehe dann das gesamte Raster systematisch durch.
Zu selten von Notizen zurück zu großen Zahlen wechseln
Notizen sollen Lösungen sichtbar machen. Bleibt nur eine Möglichkeit übrig, setze sie endgültig. Der neue sichere Eintrag erzeugt oft direkt weitere Fortschritte.
Saubere Notizen, klarere Lösungen
Nutze Kandidaten erst nach den offensichtlichen sicheren Einträgen, halte sie aktuell und verwechsle „möglich“ nie mit „bewiesen“. So bleibt das Sudoku übersichtlich und deine Lösung vollständig logisch.
Teste den Notizmodus in einem schweren Sudoku auf Spielbar oder beim heutigen Daily Sudoku. Als nächsten Schritt lernst du in Die wichtigsten Sudoku-Strategien, wie Naked Singles, Hidden Singles und Ausschlüsse zusammenspielen. Alle Grundlagen findest du im Sudoku-Ratgeber.
Passendes Spiel
Verwandte Ratgeber

Sudoku lösen für Anfänger: die einfache Schritt-für-Schritt-Methode
Mit dieser festen Vier-Schritte-Routine löst du leichte Sudokus planvoll: Bereiche scannen, Zahlen ausschließen, sicher eintragen und neu prüfen.
Artikel lesen
Die wichtigsten Sudoku-Strategien in der richtigen Reihenfolge
Diese vier Grundtechniken lösen viele Sudokus ohne Raten. Erfahre, wann sie funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und was du zuerst üben solltest.
Artikel lesen