Schachmatt oder Patt? So erkennst du das Partieende
Schach, Matt und Patt sicher unterscheiden, eine kurze Mattfolge nachvollziehen und die automatischen Remisregeln auf Spielbar verstehen.

Ein König ohne freie Nachbarfelder ist nicht automatisch matt. Vielleicht kann eine andere Figur den Angriff abwehren – oder der König steht überhaupt nicht im Schach. Mit zwei Fragen kannst du das Ende einer Partie sauber unterscheiden: Ist der König angegriffen? Und besitzt die Seite am Zug noch irgendeinen legalen Zug?
Schach: der Angriff muss verschwinden
Bei Schach ist der König direkt angegriffen. Eine erlaubte Antwort kann den König auf ein sicheres Feld ziehen, die angreifende Figur schlagen oder eine eigene Figur zwischen Angreifer und König stellen. Nicht jede Möglichkeit existiert in jeder Stellung: Einen Springerangriff kannst du beispielsweise nicht durch Dazwischenstellen blockieren.
| König angegriffen? | Mindestens ein legaler Zug? | Bedeutung |
|---|---|---|
| Ja | Ja | Schach, die Partie läuft weiter. |
| Ja | Nein | Schachmatt, die Seite am Zug verliert. |
| Nein | Nein | Patt, die Partie endet remis. |
| Nein | Ja | Kein Matt oder Patt; andere Remisgründe bleiben möglich. |
Eine kurze Mattfolge im Spielbar-Schach
Spiele im Modus „Zu zweit“ 1. f3 e5 2. g4 Qh4#. Die beiden weißen Bauernzüge öffnen die Diagonale h4–g3–f2–e1. Die schwarze Dame gelangt von d8 nach h4, weil der e-Bauer ihr den Weg freigemacht hat. Von h4 greift sie den weißen König auf e1 an.

Untersuche die drei Verteidigungen einzeln. Der König kann nicht auf d1, d2, e2 oder f1 ausweichen, weil dort eigene Figuren stehen; f2 liegt auf der angegriffenen Diagonale. Keine weiße Figur kann die Dame h4 schlagen. Auch g3 oder f2 lassen sich in dieser Stellung nicht mit einem legalen Zug als Schutzschild besetzen. Erst diese vollständige Prüfung macht aus einem Schach ein Matt.
Patt: ein Unentschieden trotz Übermacht
Für ein einfaches Gedankenbeispiel stehen nur drei Figuren auf dem Brett: schwarzer König a8, weißer König c6 und weiße Dame c7. Schwarz ist am Zug. Die Dame greift a8 nicht an, kontrolliert aber a7 und b8; b7 ist ebenfalls kontrolliert. Schwarz hat keine weitere Figur und keinen legalen Königszug. Das ist Patt, also remis, obwohl Weiß eine ganze Dame mehr hat.
Das Gegenbild: weißer König c6, weiße Dame b7, schwarzer König a8, Schwarz am Zug. Jetzt greift die Dame a8 diagonal an. Der schwarze König kann die Dame nicht schlagen, weil der weiße König sie deckt. Auch a7 und b8 sind kontrolliert. Diese Stellung ist matt. Der Unterschied liegt in der konkreten Angriffslinie, nicht im Material.
Weitere Remisgründe auf Spielbar
- Dreifache Stellungswiederholung: Dieselbe Stellung kommt zum dritten Mal vor, einschließlich Zugrecht und gleicher Zugmöglichkeiten. Drei beliebige wiederholte Züge allein genügen nicht.
- 50-Züge-Regel: Beide Seiten haben jeweils 50 Züge ohne Bauernzug und ohne Schlagzug ausgeführt. Ein solcher Zug setzt den Zähler wieder zurück.
- Unzureichendes Material: Die Spielprüfung erkennt einfache Fälle wie König gegen König, König und Läufer gegen König sowie König und Springer gegen König.
- Online-Remisangebot: Ein Angebot beendet die Partie erst, wenn das Gegenüber zustimmt.
Spielbar beendet Partien bei erkannter dreifacher Wiederholung oder erfüllter 50-Züge-Regel automatisch. Im FIDE-Turnierschach sind diese beiden Fälle grundsätzlich an einen korrekten Antrag gebunden; automatische Grenzen liegen dort bei fünfmaliger Wiederholung beziehungsweise 75 Zügen je Seite. Bei der 75-Züge-Grenze hat ein Matt durch den letzten Zug Vorrang. Für deine Browserpartie gilt die oben beschriebene Spielbar-Handhabung.
Mit Materialvorteil ruhig zu Ende spielen
Wenn du klar vorne liegst, kontrolliere vor jedem einengenden Zug die gegnerischen Möglichkeiten. Ein zusätzlicher Damenzug kann dem gegnerischen König das letzte Feld nehmen, ohne Schach zu geben. Frage deshalb ausdrücklich: Hat Schwarz danach noch einen legalen Zug? Und falls nicht: Greife ich den König tatsächlich an? Diese kurze Pause verhindert viele verschenkte Siege.
Quellen und Einordnung
Regelabgleich: FIDE-Schachregeln, Artikel 5 und 9. Die automatische Wertung beschreibt den Spielbar-Casual-Modus. Die Mattfolge und die beiden Dreifigurenstellungen werden als konkrete Beispiele getrennt von den Turnierregeln erklärt.
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