Rochade, en passant und Umwandlung verständlich erklärt
Drei Sonderzüge, klare Voraussetzungen: So führst du Rochade, en passant und Bauernumwandlung im Spielbar-Schach korrekt aus.

Die meisten Züge bewegen eine Figur auf ein freies oder gegnerisch besetztes Feld. Drei Situationen fallen auf: Bei der Rochade bewegt sich zusätzlich ein Turm, en passant entfernt einen Bauern neben dem Zielfeld, und bei der Umwandlung wird aus einem Bauern eine neue Figur. Hier lernst du die Unterschiede an nachspielbaren Beispielen.
Kurze Rochade: zuerst den König auswählen
Für Weiß führt die kurze Rochade den König von e1 nach g1 und den Turm von h1 nach f1. In Spielbar wählst du dafür den König und danach g1; der Turm wird automatisch versetzt. Schwarz rochiert entsprechend von e8 nach g8, mit dem Turm von h8 nach f8. Die Zugliste zeigt O-O.

Die Bildstellung lässt sich mit 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. d3 Nf6 5. O-O erreichen. Die Züge von Springer und Läufer haben g1 und f1 freigemacht. Diese Vorbereitung allein genügt jedoch nicht in jeder Partie.
- König und beteiligter Turm dürfen zuvor noch nicht gezogen haben. Zurückziehen stellt das Recht nicht wieder her.
- Zwischen König und Turm muss alles frei sein.
- Der König darf weder im Schach stehen noch ein angegriffenes Feld überqueren oder auf einem solchen landen.
Bei der langen weißen Rochade geht der König nach c1 und der Turm a1 nach d1. Auch b1 muss frei sein, weil es zwischen beiden Figuren liegt. Es darf aber angegriffen sein: Der König überquert b1 nicht. Ebenso verhindert ein Angriff nur auf den Turm die Rochade nicht automatisch. Prüfe den Königsweg, statt jedes angegriffene Feld der Grundreihe gleichzusetzen.
En passant: ein Zug lang eine besondere Chance
Ein weißer Bauer auf e5 kann einen schwarzen Bauern, der gerade von d7 nach d5 gezogen ist, en passant schlagen: Weiß zieht e5 nach d6, und der schwarze Bauer verschwindet von d5. Das funktioniert nur unmittelbar nach dem Doppelschritt und nur, wenn der eigene König dadurch nicht im Schach steht.

Spiele die angegebenen Züge aus der Bildunterschrift im Modus „Zu zweit“ nach. Nach dem schwarzen d5 klickst du den weißen Bauern e5 und anschließend d6 an. Wenn Weiß stattdessen eine andere Figur zieht, ist diese en-passant-Gelegenheit vorbei. Ein normaler Einzelschritt eines schwarzen Bauern nach d5 würde sie ebenfalls nicht erzeugen.
Bauernumwandlung: die Figur bewusst wählen
Erreicht ein weißer Bauer Reihe 8 oder ein schwarzer Bauer Reihe 1, wird er im selben Zug zur Dame, zum Turm, zum Läufer oder zum Springer derselben Farbe. Du bist nicht auf zuvor geschlagene Figuren beschränkt und darfst also eine zweite Dame bekommen. Ein König oder ein weiterer Bauer ist keine Option.
In Spielbar erscheint beim Erreichen der letzten Reihe eine Figurenauswahl. Meist ist die Dame sinnvoll, weil sie besonders viele Felder kontrolliert. Wähle sie dennoch nicht gedankenlos: In manchen Endspielen würde sie Patt auslösen, oder ein Springer könnte unmittelbar eine Gabel mit Schach geben. Die Stellung nach der Umwandlung entscheidet.
Drei kurze Kontrollfragen
- König e1–f1–e1, Turm h1 unberührt: noch kurze Rochade? Nein, der König hat das Recht bereits verloren.
- Schwarz spielt d7–d5 neben deinem Bauern e5; du wartest einen Zug: später noch en passant? Nein.
- Deine Dame ist noch auf dem Brett: darf ein Bauer zur Dame werden? Ja, die Zahl vorhandener Damen begrenzt diese Wahl nicht.
Quellen und Einordnung
Regelabgleich: FIDE-Schachregeln, Artikel 3.7 und 3.8. Die Klickwege beschreiben die Spielbar-Bedienung. Beide abgebildeten Situationen lassen sich mit den angegebenen Zügen aus der normalen Anfangsstellung erreichen.
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